Todesangst psychologie

Arbeiten gegen die Todesangst | Psychologisches Institut | UZH

Gleichzeitig wissen wir, dass wir eines Tages sterben werden. Diese beiden Tatsachen ich möchte leben vs. Gemäss der Terror-Management-Theorie helfen uns vor allem die kulturelle Weltanschauung und der Selbstwert, um Todesängste in Schach zu halten. Mit der kulturellen Weltanschauung ist gemeint, dass soziale Normen, ein höherer Sinn oder die Hoffnung auf Unsterblichkeit unserem Leben eine Struktur und Wertestandards vorgeben, die uns ein Gefühl von Sicherheit und Sinn vermitteln.

Eine weitere angstreduzierende Wirkung ergibt sich aus der Überzeugung, selbst einem bestimmten kulturellen Standard zu entsprechen und einen daraus sich ergebenden positiven Selbstwert entwickeln zu können. Kurzum gibt uns ein positiver Selbstwert das Gefühl, bedeutsam zu sein, und trägt so zur Selbsterhaltung bei. Interessanterweise kann man den Zusammenhang zwischen Todesängsten und kultureller Weltanschauung relativ leicht experimentell nachweisen: Macht man in Studien Personen ihre Todesängste bewusst, schätzen sie beispielsweise jene Personen positiver ein, die dieselben kulturellen Werte haben wie sie, aber Personen aus anderen Kulturen negativer z.

Umgekehrt konnten Forscher z.

Todesangst ​– frühe Mutter-Kind-Beziehung: Psychologie Heute

Der Wissenschaftler Erez Yaakobi hatte nun die Vermutung, dass das Denken an Arbeit bzw. Arbeit hat eine hohe Bedeutung in unserer Kultur und wird häufig als sinnstiftend erlebt. Ausserdem kann der Beitrag, den wir mit unserer Arbeit leisten, auch über den eigenen Tod hinaus bestehen bleiben. Insgesamt führte Yaakobi vier Studien zur Überprüfung dieser Vermutung durch.

Nimmt die Angst vorm Sterben im Alter ab?

In der ersten Studie bat er die Probanden zu beschreiben, welche Gefühle bei ihnen aufkommen, wenn sie über den eigenen Tod nachdenken. Ebenso sollten sie beschreiben, was beim Sterben in ihrem Körper vorgehen könnte. Gegenüber zwei Vergleichsbedingungen an physische Schmerzen oder Fernsehschauen denken zeigte sich, dass die Probanden in dieser Bedingung anschliessend in der Tat ein stärkeres Bedürfnis zu arbeiten angaben.

Doch schwächt das Denken an Arbeit wirklich Gedanken an den Tod ab? In der zweiten Studie bat Yaakobi die Probanden zunächst darum, entweder erneut an den Tod zu denken oder ans Fernsehschauen. Danach sollten sich die Probanden in einer Gruppe vorstellen, dass sie einen Job bekommen, den sie unbedingt haben möchten, die andere Gruppe dachte über einen Urlaub nach.

Schliesslich legte er den Probanden eine Wortergänzungsaufgabe vor, bei denen sie unvollständige Wörter z. GRA sahen, die man entweder zu einem neutralen Wort GRAS oder einem Wort mit Todesbezug GRAB vervollständigen kann. Die Idee dahinter war, dass die gedankliche Beschäftigung mit dem Job die zuvor ausgelösten Todesgedanken wieder besänftigt. Wenn den Personen die Gedanken an den Tod weniger gegenwärtig sind, sollten sie folglich auch die unvollständigen Wörter weniger häufig zu Wörtern mit Todesbezug vervollständigen.

Dies bestätigte sich - die Probanden, die sich gedanklich mit der Arbeit beschäftigten bildeten weniger häufig Wörter mit Todesbezug, als diejenigen, die sich gedanklich mit Urlaub beschäftigten. Sehen Personen das Denken an Arbeit aber als einen gleich guten Schutzschild gegen Todesängste an wie andere der oben beschriebenen Bewältigungsmechanismen kulturelle Weltanschauung?

Arbeiten gegen die Todesangst

Dies überprüfte Yaakobi in einer dritten Studie. Oben hatte ich ja erwähnt, dass Personen mit Todesängsten Personen aus anderen Kulturen negativer bewerten. Wenn der Schutzschild gleich gut wäre, sollten Personen mit Todesängsten bzw. Um diese Vermutung zu überprüfen, ging Yaakobi in der dritten Studie genau gleich vor wie in der zweiten. Statt jedoch am Schluss die Wortergänzungsaufgabe zu nutzen, erfragte er die Einstellung der Probanden allesamt jüdische Israelis zu Personen einer anderen Kultur, nämlich Arabern.