Neuro psychologie deutschland

Die Neuropsychologie ist ein interdisziplinäres Teilgebiet der Klinischen Psychologie und der Neurowissenschaften.

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Im engeren Sinne ist die Neuropsychologie ein Teil der biologischen Psychologie , die sich mit der Variation physiologischer Prozesse vor allem im zentralen Nervensystem und deren Auswirkungen auf psychische Prozesse beschäftigt. Die Neuropsychologie ist eine relativ junge Disziplin, wie die wissenschaftliche Psychologie insgesamt. In der Praxis widmet sie sich unter anderem den Folgen von Schädel-Hirn-Traumata oder in Tierversuchen gewonnenen Erkenntnissen.

Zu den Subdisziplinen gehören beispielsweise die Pharmakopsychologie , die klinische Neuropsychologie , die Neuropsychoanalyse und die Neurochemopsychologie. Aus klassischer experimentalpsychologischer Sicht werden physiologische Eingriffe als unabhängige Variablen betrachtet. Die sich daraus ergebenden psychischen Veränderungen sind die abhängigen Variablen. Ziel der Neuropsychologie ist es, Verhalten und Erleben aufgrund physiologischer Prozesse zu beschreiben deskriptiv und zu erklären postdiktiv.

Diese Vorgehensweise beruht auf den Variationen des Nervensystems sowie deren Darstellung. Durch TMS Transkranielle Magnetstimulation oder pharmakologische Substanzen können die Auswirkungen temporaler Stimulationen oder Hemmungen bestimmter neuronaler Bereiche studiert werden. TMS hat im Vergleich zu Läsionen den Vorteil, dass die gleichen Effekte wie bei Läsionen simuliert werden können, ohne das Nervensystem dauerhaft zu schädigen.

Arzneistoffe können ebenfalls temporäre Veränderungen in den Funktionen neuronaler Systeme hervorrufen, werden aber mehr im Bereich der Neurotransmitter -Forschung eingesetzt. Darstellungstechnisch wird zwischen zwei Methoden unterschieden.

Neuropsychologie

Die Darstellung auf struktureller Ebene erfolgt mittels bildgebender Verfahren wie zum Beispiel der CT Computertomographie , MRT Magnetresonanztomographie , fMRT Funktionelle Magnetresonanztomographie , SPECT Single-Photon-Emissionscomputertomographie , PET Positronen-Emissions-Tomographie. Das Erfassen der elektromagnetischen Aktivität wird mittels EEG Elektroenzephalografie , NIRS oder NIR Nahinfrarotspektroskopie , EDA Elektrodermale Aktivität , MEG Magnetoenzephalographie erforscht.

Die Ursprünge der Neuropsychologie liegen in der 2. Hälfte des Jahrhunderts: Einerseits in der sich entwickelnden anatomischen, physiologischen und neurologischen Gehirnforschung und andererseits in der Entwicklung der experimentellen Psychologie. Die Psychophysik und physiologische Psychologie , vor allem Hermann von Helmholtz , Gustav Fechner und Wilhelm Wundt sind die Vorläufer moderner Neuropsychologie.

Die Bezeichnung wurde erstmals von dem kanadischen Physiologen, Internisten und Pathologen Sir William Osler anlässlich eines Vortrags bei der Eröffnung des Johns-Hopkins-Hospitals in Baltimore, Maryland, USA, geprägt. Zu einer ersten interdisziplinären Zusammenarbeit von Medizinern, Pädagogen und Psychologen kam es im Ersten Weltkrieg , als viele junge Männer mit Gehirnverletzungen mit Hilfe der damaligen Psychotechniken rehabilitiert werden sollten.

Die während des Krieges gegründeten Hirnverletztenlazarette wurden nach ohne weitere Beteiligung von Pädagogen und Psychologen weitergeführt. Danach gab es in Deutschland praktisch keine Zusammenarbeit zwischen Neurowissenschaft und Psychologie bis in die er Jahre.

Zeitschrift für Neuropsychologie | Hogrefe

Mit der Vertreibung jüdischer Wissenschaftler im Nationalsozialismus waren mit dem Verlust weiter Bereiche der experimentellen Psychologie auch die Chancen für eine Wiederbelebung der Neuropsychologie verloren gegangen. Die Entwicklung der klinischen Neuropsychologie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem in England und in den USA in Einrichtungen und Forschungsprogrammen für Kriegsveteranen gefördert.

Seit suchten vor allem kontinentaleuropäische Neurologen und Psychiater, die Hirnverletzte betreuten, Kontakte mit Neuropsychologen aus den angelsächsischen Ländern. Nach wurden auch die Forschungen des sowjetischen Neurowissenschaftlers Alexander Luria in Deutschland bekannt. Mit der Gründung der " Gesellschaft für Neuropsychologie GNP " im Jahre etablierte sich die Neuropsychologie in Deutschland als eigenständige Disziplin.