Bindungsarten psychologie
Die Bindungstheorie englisch theory of attachment fasst Erkenntnisse aus Entwicklungspsychologie und Bindungsforschung englisch attachment research zusammen, die unter anderem belegen, dass Menschen ein angeborenes Bedürfnis haben, enge und von intensiven Gefühlen geprägte Beziehungen zu Mitmenschen aufzubauen. Diese Konzeption wurde von dem britischen Psychoanalytiker und Kinderpsychiater John Bowlby , [1] dem schottischen Psychoanalytiker James Robertson und der US-amerikanisch-kanadischen Psychologin Mary Ainsworth entwickelt.
Gegenstand der Bindungsforschung ist der Aufbau und die Veränderung enger Beziehungen im Laufe des Lebens. Die Bindungstheorie basiert auf einer Sichtweise der frühen Mutter-Kind-Beziehung , die sich auf die emotionalen Bedürfnisse des Kindes konzentriert. Eines der ursprünglichen Anliegen Bowlbys war es, eine wissenschaftliche Basis für den psychoanalytischen Ansatz der Objektbeziehungstheorien herzustellen und psychoanalytische Annahmen empirisch überprüfbar zu machen.
Dabei entfernte er sich im Laufe seiner Forschungsarbeit von der Psychoanalyse. Ziel der Arbeiten John Bowlbys als Kinderpsychiater und Psychoanalytiker war es später, die tatsächlichen Wirkungen von Familieneinflüssen auf die kindliche Entwicklung, die verschiedenen Muster der Familieninteraktionen und die generationsübergreifende Weitergabe von Bindungsbeziehungen zu untersuchen.
Brennstoff erhielt die Entwicklung der Bindungstheorie aus der Skepsis ihrer Vertreter gegenüber den Standpunkten, die John B. Watson in den späten er Jahren vertreten hatte; Watson hatte davor gewarnt, Müttern zu erlauben, ihre Kinder zu verhätscheln und zu verzärteln, und damit einen Einfluss auf die Säuglingserziehung genommen, der erst durch Benjamin Spocks Buch Säuglings- und Kinderpflege gebrochen wurde.
Bindungstheorie – Wikipedia
Erste Sichtweisen formulierte Bowlby in einem Artikel für das International Journal of Psycho-Analysis, in dem er viele zentrale Ideen der Bindungstheorie vorwegnimmt. Krankenhausaufenthalte der Kinder ohne Mutter. Eine erste empirische Studie veröffentlichte er Es war eine retrospektive Studie, die sich mit den Lebensgeschichten von 44 jugendlichen Dieben befasste.
Bereits in den 30er Jahren lernte er sie bei seiner Arbeit in einem Heim für verhaltensauffällige Jungen kennen. Er stellte die These auf, dass die Beeinträchtigung der frühen Mutter-Kind-Beziehung ein ausschlaggebender Vorläufer psychischer Störungen sei. Dort gründete er eine eigene unabhängige Forschungsgruppe. Zentrales Forschungsthema in dieser Zeit war die Trennung von Müttern und ihren Kindern.
Zuvor hatte James Robertson , der in einem Kinderheim von Anna Freud und Dorothy Tiffany Burlingham tätig war, eigene Feldbeobachtungen zu dieser Problematik vorweggenommen und dokumentiert. Dabei drehte er den Film A two-year-old goes to hospital. Die Einsichten aus Robertsons Film und seinen Feldbeobachtungen spielten eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung der Bindungstheorie.
Mary Ainsworth, Psychologin, bewarb sich um eine Stelle an der Tavistock-Klinik. Ihr Aufgabenbereich umfasste die Forschung über die Auswirkungen von frühen Mutter-Kind-Trennungen auf die Persönlichkeitsentwicklung und unterstand der Leitung von John Bowlby.
Bindungstypen
Im weiteren Verlauf der Klinikzusammenarbeit mit James Robertsons war Ainsworth von dessen Feldbeobachtungen so beeindruckt, dass sie beschloss, seine Methoden zu übernehmen. Er sollte einen Bericht über das Schicksal heimatloser Kinder im Nachkriegs-Europa verfassen. Neue Anregungen und Einsichten dafür gewann Bowlby im gleichen Jahr u.
Konrad Lorenz , Nikolaas Tinbergen oder Robert Hinde untersuchten das angeborene Verhalten von Tieren. Bowlby formulierte die Vermutung, dass Menschen ebenso mit angeborenen Verhaltensweisen ausgestattet sind wie andere Säugetiere und Vögel. Bowlbys schärfster Kritiker zu dieser Zeit war die Psychoanalytikerin Melanie Klein. Im Verlauf ihrer knapp zweijährigen Feldstudie erweiterte sie ihren Beobachtungsschwerpunkt.