Menschenbild der humanistischen psychologie
Die Ansätze der Humanistischen Psychotherapie verbindet vor allem ihr gemeinsames Menschenbild: die Vorstellung vom mündigen Menschen, der bewusst erlebt, wahlfrei und verantwortlich handelt und seine Existenz aktiv und kreativ gestaltet. Humanistische Psychotherapie HP versteht sich als viertes heilkundliches Verfahren neben dem psychodynamischen, dem behavioralen und dem systemischen zur Behandlung krankheitswertiger psychischer und psychosomatischer Störungen.
Kern des Verfahrens ist die Unterstützung von selbstregulativen Prozessen auf emotionalen, kognitiven und interaktiven sowie körperlichen Ebenen. Das geschieht durch die Förderung von selbstexplorativen Erfahrungen sowie durch verstehende und hinterfragende Konfrontation mit den Sinn-, Wert- und Zielvorstellungen des Patienten und ungelebten Bereichen seiner Existenz.
Führung verstehen – Teil 19: Humanistisches Menschenbild
Psychologisch liegen die Ursprünge vor allem in der humanistischen Psychologie nach Abraham Maslow, Carl Rogers, Rollo May und vielen anderen sowie in der Berliner Schule der Gestaltpsychologie von Max Wertheimer, Wolfgang Köhler, Kurt Koffka und im weiteren Sinn Kurt Goldstein und Kurt Lewin. In der Körper- und Bewegungsorientiertheit gibt es Verbindungen zu Yoga, Tanz, Schauspiel bis zu Massage.
Diese sind in den letzten Jahrzehnten ausdifferenziert und integriert worden durch Ansätze wie Focusing Eugene Gendlin , Emotionsfokussierte Therapie Leslie Greenberg , Integrative Therapie Hilarion Petzold , Personale Existenzanalyse Alfried Längle , Pesso-Therapie Albert Pesso und andere. Was die Ansätze der HP verbindet, ist vor allem ihr gemeinsames Menschenbild.
In dessen Mittelpunkt steht die Vorstellung des mündigen Menschen als Subjekt, das auf Basis seiner biologischen, sozialen, ökologischen und biografischen Einbindungen bewusst erlebt, wahlfrei und verantwortlich handelt und das über seine gesamte Lebensspanne hinweg seine Existenz in seinen sozialen Bezügen aktiv und kreativ gestaltet.
In der Humanistischen Psychotherapie wird der Mensch holistisch gesehen, also in seiner bio-psycho-sozialen Ganzheit, in seiner Geschichtlichkeit, also seiner Vergangenheits- und Zukunftsorientiertheit, sowie in seiner Fähigkeit zur Introspektion und zu reflexivem Denken.
Das Menschenbild der Humanistischen Psychologie
Weiter wird der Mensch betrachtet in seiner Fähigkeit zur Kokreation sozialer Prozesse sowie zu personaler Liebe und Mitgefühl, die über die biologische Sexualität hinausgehen sowie zum engagierten Sich-Einsetzen und Sich-Auseinandersetzen, das nicht auf Aggression im biologischen Sinn reduziert werden kann. HP ist ein kooperativer, intersubjektiver Prozess, ein professioneller Dialog mit dem Ziel, das psychische und psychosomatische Leid des Patienten zu lindern.
Der Dialog beinhaltet das Gewahrsein und die Förderung des Ausdrucks auf der verbalen inhaltlichen , aber auch auf der nonverbalen Körperausdrucks- Ebene. Ein Dialog findet sowohl zwischen Patient und Therapeut, als auch innerhalb des Patienten und innerhalb des Therapeuten unter ihren jeweiligen Selbstanteilen, Tendenzen und Impulsen statt.
Dabei übernimmt der Therapeut die Funktion, die Dialoge des Patienten zu moderieren. In der Humanistischen Paar-, Familien- und Gruppentherapie können reale Dialogprozesse im therapeutischen Setting inszeniert, moderiert und konstruktiv transformiert werden.
Humanistische Psychologie: Lexikon der Psychologie
Der Patient wird zur Selbstempathie ermutigt und seine selbstreflexiven und empathischen Fähigkeiten sowie seine Fähigkeit zu klarem, authentischem und respektvollem Ausdruck in seinen Beziehungskontexten werden gefördert. Psychische Störungen können als Folge mangelnder Übereinstimmung zwischen Erfahrung und Selbstbild betrachtet werden, wenn also der Patient seine emotionalen Erfahrungen nicht mit den Konzepten und Schemata vereinbaren kann, die er von sich selbst hat.
Dies geht mit Erfahrungen multipler Entfremdung einher, zum Beispiel einer Entfremdung vom Körper, von den eigenen Gefühlen, vom sozialen Miteinander, von den eigenen Fähigkeiten, Grenzen, Strukturen oder Bindungen. Biografisch entstehen psychische Störungen durch verinnerlichte pathogene Beziehungsmuster wie. In den verschiedenen Richtungen der Humanistischen Psychotherapie wurden viele Interventionstechniken entwickelt, deren Wirksamkeit inzwischen durch eine Vielzahl hochwertiger Studien nachgewiesen wurde.
Sie werden auf Basis einer grundsätzlich akzeptierenden, personal wertschätzenden Haltung zur konstruktiven Auseinandersetzung des Patienten mit seinen Beziehungs- und Einstellungsmustern angewandt, was dem Patienten die Erfahrung vermittelt, als Person gewürdigt und unterstützt zu werden.
Das Menschenbild der Humanistischen Psychologie: | Hausarbeiten publizieren
Humanistische Psychotherapie wird verstanden als ein gemeinsames Ringen um konstruktive Antworten auf die Herausforderungen, die das Leben an den Patienten stellt. In der Behandlung von psychischen Störungen stellt die Humanistische Psychotherapie die Förderung der psychischen Weiterentwicklung des Patienten in seinen sozialen Bezügen in den Mittelpunkt.
Dies geschieht unter anderem durch Aktivierung und Entfaltung spezifisch menschlicher Potenziale Ressourcen und ist auf ein von persönlichem Sinn getragenes, selbstverwirklichendes, authentisches und sozial verantwortliches Leben hin ausgerichtet.