Ich psychologie nach freud

Die Ich-Psychologie ist eine psychologisch-psychoanalytische Theorie. Sie ergänzt die klassische Psychoanalyse um Aspekte der Ich -Entwicklung, der Abwehrmechanismen sowie der Funktionen des Ichs. Als Begründer der Ich-Psychologie werden häufig Anna Freud Das Ich und die Abwehrmechanismen , und insbesondere Heinz Hartmann Ich-Psychologie und Anpassungsproblem , genannt.

Aber schon Sigmund Freud hat einige Aspekte der Ich-Psychologie vorweggenommen. Sigmund Freud entwickelte die Triebtheorie , welche die Triebe letztlich als die bestimmenden Kräfte in der Psyche ansah. Seine Konflikttheorie beschreibt ursprünglich die Entstehung von psychischen Störungen durch das gegensätzliche Wirken von Trieben und Anforderungen der Realität Realitätsprinzip , welche das Ich auszugleichen habe.

Hierbei nehme das Ich lediglich den Raum eines Mittlers zwischen Triebforderungen und Realität ein.

Strukturmodell der Persцnlichkeit

Eine Psychopathologie entstehe, wenn eine Kompromissbildung zwischen den Anforderungen des Antriebs und dessen Abwehr misslinge. Der Kompromiss zeige sich als Symptom. Alfred Adler hatte in seinem Hauptwerk Über den nervösen Charakter , erschienen kurz nach der Trennung von Freud, den Weg in Richtung einer Ich-Psychologie eingeschlagen. Adlers Ich ist nicht hilflos zwischen Trieben und Gewissen eingeklemmt, sondern ein scheinbar selbständiger, mit einem Willen ausgestatteter Akteur.

Für Adler ist das Ich die ganze Psychologie — ohne weitere innere Instanzen. Diesem Ich geht es um Anerkennung , sozialen Status und auch um aggressive Selbstbehauptung.

Ich-Psychologie. Online Lexikon für Psychologie & Pädagogik

Freud weist dem Ich nun zwei aktive Funktionskomplexe zu: Die Auseinandersetzung mit der Umwelt und die Auseinandersetzung mit den intrapsychischen Instanzen des Über-Ichs und des Es. Das Ich hat die Möglichkeit, Triebimpulse zu unterdrücken und sie in der Phantasie zu befriedigen oder sie abzuwehren. Sie arbeitete die Bedeutung des Ichs weiter heraus. In Ergänzung zu der von ihrem Vater bevorzugten Es-Analyse betonte Anna Freud die Analyse des Widerstands und der Abwehrmechanismen, welche im Ich verankert sind.

In Das Ich und die Abwehrmechanismen gruppiert Anna Freud diese Mechanismen in Fortentwicklung der Vorgaben ihres Vaters neu und formuliert sie in Hinsicht einer Psychologie des Ich um. Kern der psychoanalytischen Ich-Psychologie sind hier die kreativen Abwehrleistungen des werdenden Ich gegen bedrohliche Eindrücke. Wichtige Aspekte der Ich-Psychologie wurden von Heinz Hartmann eingeführt.

Psychologie in echt: Frei von Freud

Damit konnten, als Ergänzung des Ichs, auch Aspekte des Selbsterlebens beschrieben werden. Damit schuf Hartmann eine wichtige Neuerung. Vor der Einführung der konfliktfreien Ich-Sphäre, konnte die Entwicklung der Persönlichkeit und die Entstehung einer Neurose lediglich aufgrund von Konflikten erklärt werden, die während des Ödipuskonfliktes entstehen, sowie Fixierungen von Libido , die auf der Triebtheorie beruhen und sich in den verschiedenen psychosexuellen Entwicklungsphasen manifestieren.

Dabei wurde von Hartmann die Triebpsychologie von Sigmund Freud nicht angezweifelt. Hartmann betonte lediglich die Bedeutung des Ichs in der Psyche.