Shaping psychologie pferd
Sie organisiert Vorträge und Seminare zu alternativen Trainingsmethoden und kreativem Intelligenztraining für Pferde im gesamten deutschsprachigen Raum. Frau Wendt verbindet in ihrer Arbeit die neuesten Erkenntnisse der Pferdeethologie vom Sozialverhalten über die Evolutionsbiologie bis hin zur aktuellen Lerntheorie. Für den Cadmos Verlag hat sie bereits die erfolgreichen Titel "Wie Pferde fühlen und denken" und "Vertrauen statt Dominanz" geschrieben.
W arum investieren so viele Reiter ihre kostbare Freizeit in das Absolvieren monotoner Trainingseinheiten mit ihrem Pferd, nur um sich dann über die vermeintlichen Unzulänglichkeiten ihrer Pferde zu ärgern, den Druckmethoden der traditionellen Reitweisen nachzugeben und sich dabei nun alles andere als glücklich zu fühlen?
Wie anders war da doch der ursprüngliche Traum vom Reiten. Doch was bleibt häufig von diesem Traum übrig? Nichts als übersteigerter Ehrgeiz, das Gefühl nicht gut genug zu sein, der soziale Druck der Reitstalltraditionen, kurz gesagt der Frust. Muss das alles wirklich sein? Kann man Pferde nur nach den sogenannten Druckmethoden ausbilden?
Im Dialog mit dem Pferd (eBook)
Ich kann Sie beruhigen: So müssen Pferdetraining und die gemeinsame Freizeit mit diesen wunderbaren Geschöpfen nicht aussehen. Es geht auch anders. Es scheint wie eine sich selbst bestätigende Prophezeiung: Reiten und Pferdetraining bedeuten Arbeit. Das entdecken wir schon in vielen der üblichen Begrifflichkeiten, wie etwa Bodenarbeit, Handarbeit, Reitstunde Die Zeit mit Pferden ist traditionell geprägt von einer ernsthaften Arbeitsatmosphäre; wir haben klare Vorgaben vor Augen, die wir erreichen müssen.
Warum wehrt sich mein Pferd? | Home |
Dabei ist Arbeit häufig in unseren Köpfen als vergnügungsfreie Zeit definiert. Arbeit muss in diesem Sinne offensichtlich weder dem Reiter noch dem Pferd Freude bereiten, sie dient rein dem Zweck, die festgelegten Aufgaben zu erfüllen, das Pferd zu gymnastizieren und zu trainieren. Doch muss das wirklich so sein? Erinnern Sie sich doch einmal an Abschnitte Ihres Lebens, in denen Sie entspannt waren und viele angenehme Erlebnisse hatten, wie beispielsweise an einen schönen Urlaub.
Vermutlich werden Sie sich an sehr viele kleine Details erinnern, das glitzernde Meer, die exotischen Gerüche und die ungewöhnlichen Speisen. Eben weil wir nicht das Gefühl hatten, etwas lernen zu müssen. Das Lernen und damit auch die Erinnerung an kleinste Einzelheiten war sozusagen das Nebenprodukt, es ist einfach nebenbei passiert, ohne dass wir uns dessen bewusst wurden und es von uns selbst gefordert hätten.
Ebenso wie wir ganz natürlich schöne Erlebnisse abspeichern können, können auch Pferde mit viel Freude lernen und dabei glücklich sein. Zu diesem Zweck müssen wir uns von der Vorstellung lösen, den Pferden etwas beibringen zu wollen.
Im Dialog mit dem Pferd
Pferde sind perfekt, so wie sie sind, wir selbst müssen nur lernen uns verständlich zu machen und wahrhaftig miteinander zu kommunizieren. Jede Trainingsmethode basiert auf bestimmten Grundannahmen, auf einem spezifischen Belief-System, auf das sich die Anhänger der Methode geeinigt und verständigt haben.
Wir reden nämlich aneinander vorbei, wenn nun der eine Gesprächspartner von der Annahme ausgeht, die Erde sei eine Scheibe, um die sich die Sonne und die Sterne herumbewegen, während der andere in ihr eine Kugel sieht, die um die Sonne kreist.