Deckblatt psychologisches gutachten

Rezensiert von Dr. Anne-Kathrin Mayer , Rene T. Proyer, Tuulia M. Ortner: Praxis der psychologischen Gutachtenerstellung. Schritte vom Deckblatt bis zum Anhang. Verlag Hans Huber Bern, Göttingen, Toronto, Seattle ISBN Reihe: Psychologie Lehrtexte. Weitere Informationen bei DNB KVK GVK. Kaufen beim socialnet Buchversand. Ein fachgerechtes Psychologisches Gutachten stellt idealerweise eine wissenschaftliche Leistung dar, die zur Beantwortung einer "lebenspraktisch relevanten" Fragestellung beiträgt.

Eine solche Frage, die an Psychologinnen oder Psychologen herangetragen wird, wird im Prozess der Begutachtung in empirisch prüfbare Hypothesen übersetzt, die im Rahmen einer psychologisch-diagnostischen Untersuchung geprüft werden. Im schriftlichen Gutachten müssen die Ergebnisse dieses diagnostischen Prozesses und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen vollständig und in transparenter und vor allem nachvollziehbarer Weise dokumentiert werden.

Der vorliegende Band von Proyer und Ortner stellt diesen Aufbau vor, erläutert die Inhalte der einzelnen Gutachtenabschnitte und illustriert charakteristische Fehler, die bei der Gestaltung gemacht werden, an Beispielen, die vorwiegend studentischen Gutachten entstammen.

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Das Buch richtet sich an Studierende, aber auch Praktiker, die mit der Erstellung psychologischer Gutachten betraut sind. Es will existierende Lehrbücher zur psychologischen Begutachtung nicht ersetzen, sondern soll eine anschauliche, praxisnahe Ergänzung der bestehenden Literatur darstellen, die als Lehrbuch und praktischer Leitfaden zugleich dienen kann.

Proyer arbeitet als Oberassistent am Psychologischen Institut der Universität Zürich, Fachrichtung Persönlichkeitspsychologie und Diagnostik. Seine Forschungsinteressen liegen in den Bereichen der Positiven Psychologie sowie der Testkonstruktion und der psychologischen Diagnostik durch Objektive Persönlichkeitstests und Computertests. Tuulia M. Ortner ist als Juniorprofessorin an der Freien Universität Berlin, Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie, im Arbeitsbereich Psychologische Diagnostik und Intervention beschäftigt.

Sie forscht ebenfalls zu Objektiven Persönlichkeitstests sowie zur Geschlechter- Fairness diagnostischer Methoden und zum Thema Adaptives Testen.

Praxis der psychologischen Gutachtenerstellung : Schritte vom Deckblatt bis zum Anhang

Der vorliegende Band basiert auf den Erkenntnissen und Erfahrungen, welche die Autoren im Rahmen ihres Studiums und ihrer späteren Lehrtätigkeit am Lehrstuhl für Psychologische Diagnostik an der Universität Wien gesammelt haben. Er wurde über mehrere Jahre als Skriptum für dortige Studierende verwendet; entsprechend greift er typische Probleme auf, die Studierende bei der Abfassung psychologischer Gutachten berichtet haben.

In einem einführenden Kapitel 1 "Grundlagen" definieren die Autoren den Begriff des psychologischen Gutachtens, grenzen ihn von verwandten Begriffen Befund, Stellungnahme, Bericht ab und beleuchten die Rollen der am psychologisch-diagnostischen Prozess beteiligten Parteien Auftraggeber, Auftragnehmer, begutachtete Personen. In diesem Kapitel bringen sie deutlich zum Ausdruck, dass im Zentrum des Gutachtens eine wohldefinierte Fragestellung steht, die für den Auftraggeber von praktischer Bedeutsamkeit ist und die es mittels wissenschaftlich fundierter psychologisch-diagnostischer Methoden konkret zu beantworten gilt.

Kapitel 2 "Formaler Aufbau eines Gutachtens" gibt einen Überblick des formalen Grundgerüsts psychologischer Gutachten und betont die Nützlichkeit eines einheitlichen, klaren Aufbaus für die Kommunikation zwischen den Beteiligten.