Psychologisches wörterbuch unruhe
Weitere Bedeutungen: Fürsorge, Obsorge, Sorgerecht, Sorgfaltspflicht, Versorgung. Es ist ein alltägliches und als solches mehrdeutiges Wort. Ansonsten findet es in der Regel entweder nur als Bestimmungswort von Komposita z. Der reflexive Gebrauch des Verbs, das Sich-Sorgen, deutet dabei auf die Befindlichkeit, seine transitive Verwendung, das Sorgen, auf die Tätigkeit hin.
Die Befindlichkeit ist ihre passive Seite, da sie uns mehr oder minder widerfährt, die Tätigkeit dagegen ihre aktive. Die Sorge als Zustand und Befindlichkeit, also als Besorgnis, ist ein innerer Zustand der Unruhe, der von kreisenden, oft quälenden Gedanken und nagenden, mitunter drückenden Gefühlen geprägt ist. Das Gefühl der Sorge ist eng mit dem der Angst verbunden: mit der Angst um ein bedrohtes Gut, anders gewendet mit der Angst vor einem drohenden Übel.
Die Sorge als Geschehen und Tätigkeit lässt sich als Ausrichtung auf das für jemanden oder etwas Gute verstehen. Diese Sorge wird sprachlich nur im Singular ausgedrückt. Beides, die Befindlichkeit der Sorge und die Tätigkeit des Sorgens, hängen selbstverständlich eng zusammen.
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Darum kann man sie auch als Aspekte eines Phänomens verstehen. Die Tätigkeit erfolgt im Regelfall aus der Befindlichkeit heraus und wird von ihr begleitet. So ist die Befindlichkeit auch etymologisch der ältere Bedeutungsaspekt. Trotzdem sind beide Aspekte der Sorge insofern analytisch zu trennen, als es im Einzelfall auch als Befindlichkeit ohne entsprechende Tätigkeit eine tatenlose Sorge und als Tätigkeit ohne entsprechende Befindlichkeit ein unbeteiligtes Sorgen gibt.
Zu den Lebewesen zählen neben den Menschen die Tiere und auch die Pflanzen.
Die Unruhe des Lernens
Gemeint ist auch die Natur insgesamt im Sinne des Lebens an sich. Man kann sich also genauso um und für jemanden sorgen, wie man es um oder für etwas tun kann. Zu ergänzen wäre wohl noch die Vorsicht. Die Fürsorge als Sorgen für jemanden kann sich wiederum als Für-sich-Sorgen auch auf die Person des Sorgenden selbst beziehen und nicht nur auf andere Personen.
Hier kann man also Fürsorge im Sinne der Fremdsorge von der Selbstsorge unterscheiden. Zum Gegenstand von Philosophie und Wissenschaften ist die Sorge namentlich nur im Sinne der Tätigkeit, nicht als Befindlichkeit geworden. Nur in der deutschsprachigen Philosophie, genauer der philosophischen Anthropologie , und nur bei Martin Heidegger , am Rande auch bei Hans Blumenberg , wird noch die ganze Breite sorgender Tätigkeit vom Besorgen bis zur Fürsorge und noch vor dem Hintergrund der sorgenden Befindlichkeit zum Thema.
Die Selbstsorge Schmid als reflexive Fürsorge wird wiederum nur in der Philosophie, genauer der Ethik als Philosophie der Lebenskunst Schmid , und auch da nur bei einem französischen Autor, nämlich Michel Foucault , Schmid , aufgegriffen. In einem ähnlichen thematischen Feld bewegt sich der amerikanische Philosoph Harry Frankfurt z. Die Sorge als Fürsorge ist in Philosophie und Wissenschaften sodann vor allem von Frauen und in Verbindung mit der Frauenbewegung zum Thema erklärt worden: namentlich Anfang des Diese noch sehr weite Definition würde in etwa wohl auch auf den Begriff der Hilfe zutreffen, einerlei ob sie materiell über Dinge oder Geld oder persönlich über Taten oder Worte erfolgt auch Scherpner , S.
Es sind drei Merkmale, die Fürsorge innerhalb von Hilfe charakterisieren: die Dauer und relative Allgemeinheit der Art von Hilfe, die Bedürftigkeit aufseiten der EmpfängerInnen und die Verantwortung auf derjenigen der Gebenden. Fürsorge ist keine zeitlich punktuelle und auf ein ganz bestimmtes Anliegen konzentrierte Hilfeleistung, sondern erstreckt sich kontinuierlich, aber durchaus auch mit Unterbrechungen, über einen mehr oder minder langen Zeitraum und umfasst ein mehr oder minder weites Spektrum an Angelegenheiten, mindestens persönlicher und wirtschaftlicher Art.