Medizin nach psychologie studieren
An den psychologischen Fakultäten der Hochschulen werden im Herbst reformierte Studiengänge eingeführt, die zu einer Approbation als Psychotherapeut führen. Die medizinischen Fakultäten fordern eine Einbindung in die Lehre beim Master.
Reformierte Ausbildung zum Psychotherapeuten: Die Medizin fordert Verzahnung
Die Psychologen lehnen diesen Anspruch ab. Zum kommenden Wintersemester wird sich für Studierende der Psychologie an den Hochschulen einiges ändern. Mit dem Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz, das zum 1. September in Kraft tritt, reformiert der Gesetzgeber die Ausbildungsstrukturen der Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten.
Die Approbation kann künftig bereits nach dem Studium, aufgeteilt in ein polyvalentes dreijähriges Bachelor- und ein zweijähriges Masterstudium, beantragt werden. Voraussetzung dafür ist das Bestehen einer staatlichen Prüfung, die aus einer mündlichen und einer Parcoursprüfung mit Schauspielpatienten besteht. Danach können die Psychotherapeuten eine Weiterbildung in Berufstätigkeit absolvieren, in der sie sich für Psychotherapieverfahren und die Versorgung von Kindern und Jugendlichen oder Erwachsenen spezialisieren.
Nach Psychologie noch Medizin studieren?
Doch nicht komplett neue Psychotherapiestudiengänge werden an den Universitäten eingerichtet, sondern die bestehenden Bachelor- und Masterstudiengänge in Psychologie so reformiert, dass sie die Anforderungen der neuen Approbationsordnung Psychotherapeuten PsychThApprO vom 4. März erfüllen. Conny Antoni, Vorsitzender des Fakultätentages Psychologie FTPs gegenüber PP.
Einen Bachelorstudiengang Psychologie B. Birgit Spinath, Präsidentin der DGPs, gegenüber PP. Teuer seien beispielsweise personalintensive Veranstaltungen mit kleinen Gruppen, in denen besondere Handlungskompetenzen vermittelt werden, ebenso wie die Organisation der Praktika und Abläufe in den Hochschulambulanzen. Darüber hinaus sorgt derzeit in vielen psychologischen Fakultäten eine Initiative der ärztlichen Vertreter der Psychotherapie für Unmut, die die Einbindung der medizinischen Fakultäten in den neuen Masterstudiengang fordern.
Reformierte Ausbildung zum Psychotherapeuten: Die Medizin fordert Verzahnung
Der Medizinische Fakultätentag MFT und der Verband der Universitätsklinika Deutschland schreibt in einem Brief vom Die zusätzliche Kostenerstattung für den neuen Studiengang solle entsprechend des Aufwands zwischen den Fakultäten verteilt werden. Die Psychologen weisen die pauschale Forderung der medizinischen Fakultäten zurück, in die reformierten Masterstudiengänge zwingend zu einem Drittel und in interfakultärer Organisation eingebunden zu werden und in diesem Umfang Finanzierungsmittel zu beziehen.
Gleiches gelte für die Prüfenden der Approbationsprüfung. Die ärztlichen Klinik- und Berufsverbände empfehlen darüber hinaus, die Zusage nach Praktikumsplätzen für Studierende davon abhängig zu machen, ob der Studiengang kooperativ zwischen der jeweiligen psychologischen und medizinischen Fakultät organisiert sei.
Wir kennen kein vergleichbares Ereignis.
Nach Medizin noch ein Bachelor Psychologie?
Dafür biete sich für die Zusammenarbeit in der Lehre, wie auch sonst zwischen akademischen Fächern üblich, der Lehrimport und -export über Fächerkooperationsvereinbarungen an. Standortspezifische Lösungen seien schon allein deshalb gefordert, weil an vielen Universitäten mit psychologischen Instituten die Medizin nicht vertreten ist. Peter Henningsen, Sprecher der leitenden Hochschullehrer für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.
Beispielsweise an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und an der Universität Tübingen. Die medizinischen Grundlagen, die die Studenten im reformierten B. Psychologie lernten, reichen seiner Ansicht nach nicht aus. Januar die Zusammenarbeit Medizin und Psychologie in der Konzeption des Masterstudienganges als sinnvoll erachtet.