Tonfall verlernt psychologie

Wissenschaftliche Betreuung: Prof. Dirk Wildgruber. Emotionen entstehen im limbischen System, einem stammesgeschichtlich alten Teil des Gehirns.

Mit Gefühlen leben – mit Gefühlen arbeiten

Der Psychologe Paul Ekman hat sechs kulturübergreifende Basisemotionen definiert, die sich in charakteristischen Gesichtsausdrücken widerspiegeln: Freude, Ärger, Angst, Überraschung, Trauer und Ekel. Fünf Muskelgruppen kontrollieren die sichtbaren Bewegungen an unserer Gesichtsoberfläche — und das gilt für alle Menschen auf der Welt. Aus diesem Grund hinterlassen die Basisemotionen Angst, Wut, Ekel, Trauer, Überraschung und Freude überall ähnliche Spuren im Gesicht, die wir in der Regel auch bei Fremden zuverlässig identifizieren können.

Neurowissenschaftler vermuten, dass diese Fähigkeit dadurch zustande kommt, dass wir unbewusst den Gesichtsausdruck unseres Gegenübers nachahmen. Einige Forscher sind der Meinung, dass alle Emotionen sich aus einigen wenigen Basisemotionen zusammensetzen lassen.

Lerneinheit Negative Gefühle aushalten: Vom Sinn und Zweck

Diese werden auch als Primäremotionen bezeichnet. Hierzu zählen Furcht, Wut, Freude, Trauer, Vertrauen, Ekel, Überraschung und Neugierde. Primäremotionen treten infolge eines Ereignisses sehr rasch auf. Ebeno rasch können sie wieder verschwinden und komplexeren Sekundäremotionen Platz machen. Wir heulen vor Wut oder sind zu Tränen gerührt.

Die Entwicklung einer Lösungsfokussierten Haltung auch über den Körper: GRIN

Doch welchen Zweck haben emotionale Tränen? Wissenschaftler meinen, dass Weinen als unmissverständliches Signal dient, um unseren Mitmenschen zu zeigen, dass man unglücklich oder hilflos ist — und Unterstützung brauchen könnte. Tatsächlich konnten Forscher zeigen, dass Probanden auf Fotos von weinenden Personen deren Gefühlslage schlechter erkennen, wenn die Tränen wegretuschiert sind.

Weinen Frauen aus Trauer, senden sie damit auch unsichtbare chemische Signale. Laut einer Studie israelischer Wissenschaftler lässt der nicht wahrnehmbare Geruch von Trauertränen bei Männern den Testosteronspiegel sinken und vermindert auch die sexuelle Erregbarkeit. Ebenfalls wissenschaftlich bestätigt ist inzwischen das Klischee, dass Frauen näher am Wasser gebaut sind als Männer.

Sie weinen bis zu 64 Mal im Jahr, Männer im gleichen Zeitraum höchstens 17 Mal. Der Unterschied entwickelt sich aber erst im Teenager-Alter: Denn Frauen weinen nicht nur öfter, sondern auch länger und aus anderen Gründen als Männer, etwa, wenn sie vor Konflikten stehen. Forscher vermuten darum, dass die Art und die Häufigkeit des Weinens Erwachsener auch kulturell bedingt sein könnten.

Viele Philosophen haben den Menschen über seine Fähigkeit zur Vernunft definiert. Schon Aristoteles — v. Es sind die Emotionen. Rund um die Uhr, tagaus tagein, stehen wir unter ihrem Einfluss. Permanent generiert vom Gehirn, als Reaktionen auf den stetig eintreffenden Strom an Informationen, lenken Emotionen unser Denken und Handeln.

Da nur ein kleiner Teil davon als bewusste Gefühle erlebt wird, erkennen wir oft selbst nicht, was uns gerade an— und umtreibt. Und oft erkennen andere unsere momentane emotionale Lage besser als wir selbst.