Kuscheltier erwachsene psychologie

In der Bindungstheorie gelten sie als ein sogenanntes Übergangsobjekt, das die frühe Mutter-Kind-Beziehung repräsentiert. Der Psychologe leitet an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie III die Sektion für kognitive Elektrophysiologie. So ist schon länger aus Beobachtungen des klinischen Alltags bekannt, dass Patienten, die ein oder mehrere Kuscheltiere in ihrem Zimmer haben, häufig unter Persönlichkeitsstörungen leiden.

Tagsüber helfen sie den Patienten dabei, sich zu beruhigen und nachts dienen sie als Einschlafhilfe.

Borderliner und ihre Stoff-, Plüschtiere – PSYLEX

Ein Team um die beiden Wissenschaftler hat nun erforscht, welche emotionale Rolle solche Kuscheltiere insbesondere für Borderline-Patientinnen spielen. Gemeinsam mit Fachkollegen aus ihrer Klinik untersuchten der Psychologe und der Psychiater, wie sich die Wahrnehmung von Bezugskuscheltieren bei 16 Borderline-Patientinnen auf die Aktivität bestimmter emotionaler Hirnareale auswirkt.

Für diese Studie, die kürzlich in der Fachzeitschrift Scientific Reports Nature Research Journal veröffentlich wurde, haben die Forscher den Studienteilnehmerinnen Bilder ihres Bezugskuscheltiers gezeigt sowie Bilder von emotional neutralen Kuscheltieren. Dabei wurden die Hirnströme mit dem Elektronenzephalogramm EEG gemessen und mit den Ergebnissen einer Kontrollgruppe verglichen.

Der Kuscheltier-Komplex

Möglicherweise hilft das Wissen um diese Zusammenhänge auch dabei, den Erfolg einer psychotherapeutischen oder medikamentösen Behandlung zu bestimmen. Verringert sich die Bindung zum Kuscheltier, zeigt dies eine verbesserte Bindungs- und Emotionsverarbeitung an. Weitere Informationen: Prof. Markus Kiefer, Tel. Brain activity to transitional objects in patients with borderline personality disorder.

Scientific Reports, 7: , doi