2 töchter eine brav die andere nicht psychologie
Was andere über mich denken? Wie du dich von der Meinung und Bewertung von anderen frei machst
Als Experte für Geschlechtsdysphorie warnt Alexander Korte vor der Abschaffung des Transsexuellengesetzes. Dafür ist er selbst in Kritik geraten. Sind Sie der CDU zugeneigt? Alexander Korte: Nein, definitiv nicht. Ich bin Stammwähler der Grünen, links-konservativ, würde ich heute sagen. Tatsächlich war im Münsterländischen, wo ich aufgewachsen bin, mein Vater SPD-Ortsvorsitzender und glühender Anhänger von Willy Brandt.
Die ist heute noch das wichtigste Thema für mich.
Wie verhalten sich Geschwister im Lockdown?
Grüne und FDP wollen das Transsexuellengesetz zugunsten eines Selbstbestimmungsgesetzes abschaffen. Menschen sollen ihre Geschlechtsidentität selbst aussuchen können, nötigenfalls auch Minderjährige gegen den Willen ihrer Eltern. Sie sind als Kritiker der geplanten Gesetze bekannt geworden — Ihnen wird zugleich Expertise abgesprochen. Nun, ich bin an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Ludwig-Maximilians-Universität München und seit fast 20 Jahren mit dem Thema beschäftigt.
Zudem habe ich psychoanalytische Kulturwissenschaften studiert. Das ist wichtig, weil das Phänomen, mit dem wir es zu tun haben, eines erweiterten Blickwinkels bedarf. Ich würde eher von einem Zeitgeistphänomen sprechen. Und das spricht in erster Linie eine vulnerable Gruppe von weiblichen Jugendlichen an. Das ist ein internationales Phänomen. In Schweden stieg die Diagnosehäufigkeit bei bis jährigen Mädchen von bis um 1.
Aber führt nicht mehr Sichtbarkeit schlicht auch zu mehr persönlichen Erkenntnissen? Habe ich nie bestritten. Das erklärt aber mitnichten die exponentielle Zunahme und schon gar nicht das veränderte Geschlechterverhältnis. Auch in Deutschland wird diese Zunahme nirgendwo bestritten. Ich möchte einen Fall schildern. Mir ist ein Kind, biologisches Mädchen, überwiesen worden.
Die Mutter hat selbst eine psychische Erkrankung. Bei dem Mädchen stellte sich heraus, sie hat nicht nur ein Problem mit Geschlechtlichkeit, sondern auch eine soziale Phobie und eine Depression. Und von Anfang an hatte ich bei der Mutter das Gefühl, dass sie schwer sexuell traumatisiert ist. Sie hat das auch bestätigt.
Aus unserer Erfahrung, in der medizinischen Literatur bekannt, wissen wir: Bei Müttern, die selbst sexuell traumatisiert sind, ist die Wahrscheinlichkeit, dass deren Kind eine Geschlechtsdysphorie entwickelt, deutlich höher. Das ist abstrus.